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Hey Hallo wir kennen uns noch nicht,  ich bin’s die Depression!

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Hey Hallo wir kennen uns noch nicht, 

ich bin’s die Depression!

Nein, so fängt es leider nicht an. 

Es klopft keiner an, oder wartet bis der richtige Moment da ist. Es geschieht schleichend und ehe Du es bemerkst ist es zu spät. Keine Ahnung mich hat es jedenfalls voll erwischt. 

Du und eine Depression? 

Niemals, ist sicherlich nur eine Phase, die geht vorbei, mach ein bisschen Sport dann wird es wieder besser geh mal raus an die frische Luft das tut dir bestimmt gut aber eine Depression sieht anders aus…

Wie sieht sie denn aus? 

An eine Depression zu leiden muss nicht unbedingt heißen den ganzen Tag heulend in der Ecke zu sitzen  und düstere Gedanken zu haben. Es beginnt schleichend, langsam, nicht über Nacht. Es ist nicht EIN bestimmter  Auslöser, sondern mehrere Faktoren. Ziemlich ungünstig ist es, wenn zu der Depression noch ein Burn Out kommt. Dieser schleichende Prozess begann bereits Ende letzten Jahres. 

Ich hatte immer weniger Lust, bestimmte Dinge die mir sonst Spaß und Freude gemacht haben, zu machen oder erledigen. Ich habe immer weniger genäht,  mich weniger mit Freunden getroffen, mich immer mehr eingeigelt . Eine kurze Phase der Erholung kam Anfang des Jahres dazwischen und ich dachte, oh es wird  besser! Doch ich lag falsch, ich wurde zunehmend gereizter, Dinge die mir sonst egal waren , brachten mich  sofort auf 180.

Eigentlich ein Wunder dass ich nicht noch einen Herzinfarkt bekommen habe, so oft wie ich mich aufgeregt habe. Eine Unzufriedenheit wuchs heran, obwohl ich eigentlich mehr als zufrieden sein sollte sogar schon dankbar. Aber diese Dankbarkeit kann ich nicht genießen, ich bin eher negativ eingestellt, misstrauisch. Mitte des Jahres, zum Ende unseres Urlaubs dann der Höhepunkt. Schule beginnt wieder, alle verlassen das Haus immer öfter der Gedanke  sich einfach wieder ins Bett zu legen, nicht weil man müde ist, sondern weil man von alldem da draußen nichts mitbekommen möchte. Schlaflose Nächte vor dem  Frühdienst mit der Angst die Dienste nicht erledigt zu bekommen, die Ansprüche die an eingestellt werden nicht zu erfüllen. Also gerädert und total unkonzentriert zum Frühdienst um dann festzustellen: „ Du hast wieder versagt !“ 

Ein Kreislauf der negativen Art. Also steigt die Unzufriedenheit mit sich selbst und dem Folgen wieder schlaflose Nächte  etc. Es gibt Tage und leider werden sie immer häufiger, da bin ich den ganzen Tag zu Hause, ohne auch nur andere Menschen außerhalb   meiner Familie, zu sehen. Ich zieh meine Schlafsachen erst aus, kurz bevor meine Kinder von der Schule nach Hause kommen. 

Was mache ich an solchen Tagen? Nichts, ich sitze auf dem Sofa oder liege im Bett, blicke teils stundenlang die Wand an. Ich habe Hunger, aber keinen Appetit, bin müde aber kann nicht schlafen, sehe das Chaos hier aber kann mich nicht aufraffen es  aufzuräumen. Ja und dann sitze ich hier und fange an zu weinen, manchmal über Stunden , bis die Augen ganz zu geschwollen sind meine Nase dicht ist,  warum? Weil mir vom Gefühl her danach ist. Seit dem ich 17 Jahre alt bin habe ich in einer Tour durch gearbeitet zuerst die Ausbildung, später dann eine Weiterbildung, Vollzeitjob, Geburt Kind 1: nach 6 Wochen wieder Dienste geschoben ,Vollzeit,  Geburt Kind 2:  halbes Jahr pausiert danach wieder angefangen zu arbeiten.  Geburt Kind 3: ein Jahr pausiert direkt danach wieder gearbeitet . 

Aber es waren alles keine Pausen die ich MIR genommen habe. Die letzte Geburt liegt fast acht Jahre zurück, alle sind gesund und es geht Ihnen gut fast alle, außer mir ich bin ausgebrannt, leer und weiß nicht wohin mit mir. Doch eines weiß ich, bis zu meinem 67. Lebensjahr werde ich so nicht weitermachen können. Ich sehne mich nach Ruhe,  nach einem Ort zum Abschalten, ohne Verpflichtungen, einen Ort an dem ich mein eigenes Tempo bestimmen kann. 

Ich möchte mich wieder ungezwungen auf etwas freuen können, einfach wieder herzlich lachen. Ich habe mir Hilfe geholt,  dies war für mich der erste Schritt. Ich war jetzt schon dreimal bei einer Psychologin, es hilft mir zu reden oder eben nur schweigend und unter Tränen da zu  sitzen. Ich habe es bisher immer geschafft ein stabiles Bild von mir zu vermitteln, doch dies gelingt mir nicht mehr. Der Rahmen hat Risse bekommen, die Farbe trocknet aus und bröselt ab. 

Warum ich dies alles schreibe? Na weil ich mal gelesen habe schreiben kann heilen!

In der Hoffnung dass mir all dies etwas bringt….

Liebste Grüsse

Pipina