Meine Grenzen… der Ätna und 15 km Fußweg 

Am Dienstag planten wir eine Tour auf den Ätna. 2004 waren wir bereits oben, sind von der Südseite aus herauf gefahren und mit den anderen Touristen die Standartroute abgelaufen. Diesmal sollte es anders laufen, wir organisierten uns jemanden der mit uns eine etwas andere Tour durchführt. Francesco, ein erfahrener Bergführer der in Catania lebt. Wir trafen uns an einem kleinen Café hier im Ort, er gab an eine Tour geplant zu haben, die auch Kindgerecht sei. Mit Sticks und Helmen nahm er uns in Empfang und los ging es. Die Fahrt hoch zum Nordkrater, dauerte c.a eine Stunde und führte über Fiumefreddo und Linguaglossa und ordentlichen engen Serpentinen artigen Straßen, zum Parkplatz. Dort steht ein Hotel, dieses wurde neu gebaut, aber nie eröffnet. Hier findet man auch schon die Spuren des letzten Ausbruchs im April diesen Jahres, nicht viel, aber eben so viel um die Wucht des “ kleinen“ Ausbruchs zu erkennen. 


Oder eben wie hier zu sehen, noch die Spitze vom Hausdach, dieses sind die Spuren vom großen Ausbruch aus dem Jahre 2002. 

Weiter ging es durch einen Wald, mir war nicht klar wie viel Wald es hier oben gibt, aber ich habe mich über diese Abkühlung und den Schatten gefreut, denn schon jetzt so früh am Morgen, hatten wir extreme Temperaturen. Unser Ziel an diesem Tag und für diese Tour war eine Grotte die vor tausenden Jahren entstanden ist. Die ganze Zeit über war ich schon ziemlich nervös, denn seit meinem 9. Lebensjahr leide ich unter Höhenangst und konnte nicht einschätzen was mich erwarten wird. Der Weg und die Wanderung waren nicht mein Problem, es war zwar hoch, aber wir gingen breite Wege. 

Francesco hat uns gut informiert und vieles erklärt, die Kinder hörten ihm zu und ließen sich von uns, jedes Wort und jede Anweisung übersetzen. Nach knapp 9 km hatten wir unser Ziel erreicht: Die “ Grotta dei Lamponi“ . Eine knapp 8 m Tiefe und 147 m lange Schlucht , die durch einen Lavafluss entstanden ist, Gase die aus dem Vulkan entwichen sind führten zu dieser Tunnelbildung. Um in diese Grotte hinein zu kommen, müsste man aber erst mal einen ziemlich ungemütlichen Weg und Abstieg in Kauf nehmen. Für mich, ein überwinden meiner Ängste. Nach und nach kletterten wir runter, unten angekommen gab es für jeden einen Helm und eine Taschenlampe. Der Helm ist Pflicht, da das Innere dieser Schlucht mit massiven kleinen Zacken versehen sind, auch Hundezähne genannt.Diese sind so spitz und scharfkantig, dass sie sofort zu üblen Verletzungen führen können.


Ungefähr nach der Hälfte in dieser Schlucht, erfährt man warum diese ihren Namen hat. Der Lavastrom hat dort eine kleine Lücke im Dach hinterlassen, ein paar Sonnenstrahlen leuchten  diese auf wunderschöne Art aus.

Die Schlucht war geschafft, mir und dem Fuchskind zitterten die Knie. Aber wir haben es geschafft, jetzt lagen nur noch knapp 9 km Fußmarsch vor uns. Sicherlich ist es nicht all zu viel was wir an diesem Tag gelaufen sind, aber nicht zu vergessen sind die 800 m Höhenunterschied und die Temperaturen von knapp 36 grad. 


Auf dem Rückweg zu unserem Ausgangspunkt haben wir noch einen kleinen Umweg über die Knopflochkrater gemacht, die Krater Silvestri in 2000 m Höhe. Diese sind beim Ausbruch im Jahr 1892 entstanden. 13 Krater, aufgereiht wie eine Knopflochreihe, ein unglaublicher Anblick dem man mit sehr viel Respekt entgegen treten sollte und nicht unbedingt geeignet um am Kraterrand herum zu klettern, denn ein paar Krater gehen knapp 40-50 m in die Tiefe und wer da rein fällt hat verloren. 


Nach knapp 5 Stunden war unsere  “  Kindgerechte“ Tour beendet, ich war fix und fertig, nervlich so wie auch Körperlich. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert, denn bei dieser Tour waren wir ganz alleine, keine anderen Touristen, die meisten besteigen Bzw besuchen den Ätna von der Südseite aus. 

Auf diesem Bild kann man nur Erahnen wie weitläufig hier alles ist, man hat Teils einen Blick auf die Küste. Generell sollte man diese Tour nicht ohne jemanden Erfahrenes machen, denn oben auf dem Vulkan sieht alles gleich aus und man kann sich sehr schnell verlaufen. Solltet ihr mal eine Reise nach Sizilien unternehmen und auch auf den Ätna wollen, könnt ihr mich sehr gerne kontaktieren und ich gebe Euch die Kontaktdaten von Francesco, er macht es einfach großartig und nimmt einem jede Angst. 

Ich hoffe ich konnte Euch einen kleinen Einblick über unsere geniale Tour verschaffen. 
Liebste Grüße 

Pipina 

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