Tag drei und vier auf Samos

Gestern war auf Samos ein recht ruhiger Tag, es sind Leute mit dem Boot angekommen. Sie wurden in der Nacht von MSF in den Hafen gebracht und am Morgen versorgt. Da das Meer und Wetter recht ruhig war, haben sich einige Boote von der Türkei aus auf den Weg gemacht.  

 
Die Türkei ist an dieser Stelle nur einen Steinwurf weit entfernt, man kann sogar auf Türkischer Seite die Häuser erkennen.  

 Gestern hat dann eine Fähre abgelegt nach Athen, mit vielen Leuten an Bord die noch eine lange Reise vor sich haben. Eine Familie sagte mir sie sei auf dem Weg nach Deutschland, ich hoffe sie schaffen es, denn der Mann muss sich nicht nur um Gepäck und drei Kinder kümmern, sondern auch noch seine Frau im Rollstuhl schieben. Ich hab Ihnen gesagt sie sollen sich bei mir melden wenn sie in D angekommen sind.  

 
Heute schien mir der Perfekte Tag für einen Spaziergang, Richtung Hafen, denn ich hatte ja auch noch das Spendengeld UND da noch ein richtig fettes Danke an Euch!!!! Es sind 250€ zusammen gekommen, die ich dann heute direkt der Schweizer Küche Open Eyes übergeben… Während ich auf dem Weg dort hin bin, sehe ich ein Boot der Küstenwache mit einem Schlauchboot hinten dran. Das Boot war beladen mit lauter Flüchtlingen  

 Diese wurden dann im Hafen versorgt und neu eingekleidet. Während wir dieses tun, kommt der erste große Reisebus von MSF und bringt viele viele Nasse Menschen, kurze Zeit später kommt ein weiterer Bus und mit einem Schlag ist es voll, viele kleine Kinder, müde, erschöpft, aber auch erleichtert es geschafft zu haben. Auch diese werden versorgt und da war dann dieses syrische elf Jährige Mädchen, ich hab mich um sie gekümmert, trockene Jacke, Hose, Schuhe, Socken und dann passiert etwas das ich nicht erwartet habe, sie nimmt mich in den Arm und drückt mich, dann kommt ein zartes leises “ Thank you“ und “ I Love you“ . Ich kann nicht mehr, es ist viel, viel zu viel. Kurze Zeit später findet eine Essensausgabe statt, organisiert von knapp sechs Griechischer Frauen, die jeden Morgen, ab sieben Uhr kochen. Für knapp 200-500 Leute. Auch ohne diese Frauen würde es hier keine Essenversorgung geben.

Am Nachmittag haben wir uns auf den Weg gemacht, zu den Orten an denen die meisten Boote ankommen, nichts als Klippen und Felsen… Ich kann es nicht beschreiben, aber versuchen es Euch zu zeigen… Mir fehlen für den Augenblick die Worte, es sind mehr Fragen als zuvor da… Ich muss all das verdauen….  

    
    
    
    
   
  
Liebste Grüße 

Eure Pipina 

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